Vorschüsse sind in der Buchbubble seit jeher ein bedeutsames Thema, über das sich jedoch oftmals ausgeschwiegen wird. In Deutschland spricht man einfach nicht gern über Geld. Eine aktuelle Situation auf der diesjährigen re:publica 26 hat aber einmal mehr das allgemeine Augenmerk der Buchbranche auf das Thema Vorschüsse gewendet. Was ist passiert und brauchen wir mehr Transparenz über Verlags-Vorschüsse für Autoren in der Buchbranche?
Inhaltsverzeichnis
Das Thema Transparenz
Bis 07. Juni 2026 müssen die EU-Mitgliedsstaaten die EU-Richtlinie zur Transparentmachung von Gehältern befolgen und diese beispielsweise bei Stellenausschreibungen angeben.
Doch wie sieht es in der Buchbranche aus?
Über Vorschüsse wird in der Bubble i.d.R. nur unter vorgehaltener Hand gesprochen. Wenn es doch mal mehr Transparenz gibt, herrscht oft Ernüchterung – so wie in diesem Fall (ab Minute 4:15):
Die Threads-Userin @sabrina_sailer fasst die Problematik dieses Clips gut zusammen:

Daraus kann man schließen: Auf punktuelle Transparenz (wie in dieser spontanen Situation) folgt oftmals Ernüchterung, insbesondere wenn es um scheinbar vergleichbare Werke, Programme und/oder Verlage geht.
Daher stellt sich die Frage: Wann wird es echte Transparenz in der deutschsprachigen Buchbranche geben?
Transparenz über Autoren-Vorschüsse im englischsprachigen Raum
Im englischsprachigen Raum gibt es bereits eine gute Lösung in Sachen Transparenz. Vertragsabschlüsse, die beim Publishers Marketplace veröffentlicht werden, beinhalten auch einen Hinweis auf den Vorschuss.

Reddit-User FantasticWordSalad gibt eine Aufschlüsselung darüber, was die Formulierungen jeweils bedeuten:
nice deal – $1 – $49,000
very nice deal – $50,000 – $99,000
good deal – $100,000 – $250,000
significant deal – $251,000 – $499,000
major deal – $500,000 and up
Wozu brauchen wir mehr Transparenz über Vorschüsse von Verlagen für Autoren?
Transparenz über Vorschüsse würde die Situation von Autor*innen unmittelbar verbessern – einerseits entwickelt man so ein besseres, realistisches Gefühl für sein eigenes Standing im Markt, andererseits hat man (wie auch im Angestelltenverhältnis) eine bessere Verhandlungsbasis.
Auch Autor*innen, die von Agenturen vertreten werden, können profitieren, da die Agenturen dann auf eine größere Informations- und Vergleichsbasis zurückgreifen können als nur die Verträge des eigenen Hauses.
Ein besserer Überblick über erwartbare/realistische Vorschüsse kann Autor*innen auch bei grundlegenden Karriereentscheidungen (z. B. Verlag / Selfpublishing / hybrid) unterstützen.
Gedanken zum Schluss
Braucht die deutschsprachige Bookbubble mehr Transparenz in Sachen Vorschüsse?
Was müsste im deutschsprachigen Raum passieren, um Vorschüsse transparent zu machen?
Wie könnten Autor*innen noch von Transparenz profitieren?
Welche Nachteile hat eine Veröffentlichung von Vorschüssen wie z. B. im Publishers Marketplace?
Was sind eure Gedanken zum Thema Vorschüsse?