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Amazon & Bücher: Amazon löscht Rezensionen und schränkt Konten ein

Amazon-Rezensionen sind ein wichtiges Aushängeschild für viele Bücher. Seit jeher werden Rezensionsexemplare an Vorablesende und Buchblogger vergeben, um möglichst von Anfang an die Anzahl Rezensionen in die Höhe zu treiben. Je mehr Bewertungen, desto besser. Nur ist das inzwischen nicht mehr so einfach. Rezensionen werden gelöscht, die Rezensionsfunktion nun auch für einige Nutzer gesperrt.

Was ist passiert?

Es ist allgemein bekannt, dass bei Amazon seit geraumer Zeit Bewertungen und Rezensionen im großen Stil entfernt (oder gar nicht erst freigegeben) werden. Nun häufen sich auch Kontoeinschränkungen, von denen vor allem Buchblogger betroffen zu sein scheinen.

Immer mehr Buchblogger und Lesende bekommen mit, dass ihre Rezensionen ohne Vorwarnung oder Mitteilung gelöscht werden. Teilweise werden auch ganze Konten eingeschränkt, sodass mit dem Amazon-Konto nicht mehr bewertet bzw. rezensiert werden kann.

Die Meldung lautet:

Es tut uns leid, aber Amazon hat einige ungewöhnliche Rezensionsaktivitäten von diesem Konto bemerkt. Daher wurden alle über dieses Konto übermittelten Rezensionen entfernt und über dieses Konto dürfen zukünftig keine Rezensionen oder anderen Inhalte bei Amazon mehr verfasst werden. Für weitere Informationen oder zur Kontaktaufnahme mit uns lies bitte unsere Community-Richtlinien.

Der Verweis auf die Community-Richtlinien suggeriert einen Verstoß. Aber Plottwist:

Rezensionsexemplar-Bewertungen sind laut Richtlinien eigentlich erlaubt. Aber.

Was könnte das Problem sein?

Die Community-Richtlinien von Amazon besagen einerseits:

Rezensionen sollten deine ehrliche Meinung widerspiegeln. Aus diesem Grund erlauben wir keine Rezensionen, die gegen Vergütung erstellt, bearbeitet oder entfernt werden. Unter Vergütung verstehen wir Leistungen in Form von Bargeld, Rabatten, kostenlosen Produkten, Geschenkkarten und Rückerstattungen. Einige gängige Beispiele dafür, was nicht erlaubt ist:

Andererseits steht hier unter Ausnahmen auch deutlich geschrieben:

Es ist in Ordnung, eine Rezension zu einem kostenlosen oder vergünstigten Buch (fortgeschrittenes Leseexemplar) zu verfassen, das du von einem Autor oder Herausgeber erhalten hast. Dieser darf jedoch nicht im Gegenzug eine Rezension verlangen oder versuchen, die Rezension zu beeinflussen.

Da Bewertungen aktuell in sehr großem Stil gelöscht werden, kann man davon ausgehen, dass hauptsächlich ein Algorithmus und keine manuellen Prozesse dahinterstecken.

Wenn ein Algorithmus eine Rezension nicht als Ausnahme erkennt bzw. sie als Dienstleistung “im Gegenzug” zum Gratisexemplar einstuft, hat man Pech gehabt.

Also gilt: einfach auf Nummer sichergehen.

Was kann ich tun, um zu verhindern, dass Amazon meine Rezensionen löscht?

Im Folgenden kommen ein paar Tipps, wie man seine Rezension ausgestalten kann, um auf Nummer sicherzugehen.

Deine Buchrezension sollte enthalten: deine Meinung zum Buch

Seien wir ehrlich, das ist auch das Einzige, was Amazon-Kunden bei einer Rezension im Kern interessiert.

Dinge, die nicht unbedingt drinstehen müssen:

  • “Danke für das Rezensionsexemplar”, “durfte vorablesen”
  • Erwähnung von Netgalley/Vorablesen/usw.
  • Verweise auf Tätigkeit als Buchblogger, Bloggerteam
  • Verweise auf (unbezahlte) Werbung, etc.

Leider geben auch diese Maßnahmen keine Garantie, da niemand von uns offiziell weiß, wie der Algorithmus vorgeht und wann Rezensionen gelöscht werden. Außerdem muss man ggf. die Kennzeichnungspflicht für Werbung berücksichtigen.

Persönliche Anmerkung

Bei Amazon ist inzwischen einfach nur noch der Wurm drin. Im April habe ich einen Amazon Top 100 Bestseller veröffentlicht, das Buch wurde wirklich massenhaft gelesen, aber es hat mehrere Wochen gedauert, bis ich auch nur 15 Bewertungen hatte. Bei genauerem Überwachen hat sich herausgestellt, dass kritische Bewertungen sofort freigegeben wurden, während positive Rezensionen bis zu 1 Woche zurückgehalten wurden. Jetzt, über 1 Monat später, taucht plötzlich jeden Tag ein ganzer Stoß neuer Bewertungen (ohne Text) auf, die wahrscheinlich ewig in der „Pipeline“ hingen.

Es ist für alle Seiten ärgerlich, aber sich zu ärgern, bringt uns nicht weiter. Rezensenten können in Zukunft darauf achten, sich auf ihrer Rezension wirklich nur auf die Produktbewertung zu beziehen und alles andere wegzulassen. Und Autor*innen?

1) Rezensenten informieren.
2) Durchhalten und
3) hoffen, dass es besser wird.

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