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Immer mehr Kleinverlage schließen

Immer mehr deutschsprachige Kleinverlage schließen ihre Tore. Ein aktuelles Beispiel ist der Lovemoon Verlag. Aber nicht nur Kleinverlage bleiben von der aktuellen Situation verschont. Beispielsweise haben nun auch die Europa Verlage (Gründung 1933) Insolvenz angemeldet. Was sind Ursachen dieses Kleinverlagssterbens?

Warum schließen immer mehr Verlage?

Die Begründungen sind sich recht ähnlich. Beispiel Lovemoon Verlag: „die wirtschaftliche Situation der Buchbranche & auch private gesundheitliche Belastungen innerhalb der Familie“.

Die “wirtschaftliche Situation der Buchbranche” lässt sich z. B. mit einer aktuellen Statistik aus dem Branchen-Monitor BUCH demonstrieren:

Gründe für diesen Wandel kann es viele geben. Da die Branche aber über alle Warengruppen hinweg Umsatzrückgänge feststellt, würde ich nicht auf beliebte Argumentationen wie “Es geht nur noch um Farbschnitte, BookTok & Co.” zurückgreifen.

Aktuell leben wir in einer Lage (nicht nur) wirtschaftlicher Unsicherheit. Gerade auf Messen habe ich einen deutlich zurückhaltenderen Eindruck von Leser*innen als in den letzten Jahren. (“Ich habe mir gesagt, ich kaufe mir heute nur ein Buch, und es soll dieses sein.”)

Kleinverlage, die meist nur aus einer oder wenigen Personen bestehen, müssen zusätzlich zu diesen Rahmenbedingungen den allgemeinen Aufwand des Verlagsdaseins stemmen. Irgendwann gleichen sich Aufwand und Ertrag nicht mehr aus.

Persönliche Einschätzung zum Thema

Kleinverlage können einem leidtun. Und das sage ich, weil ich seit 2024 meinen eigenen Verlag habe und genau weiß, womit man als Kleinverlag ohne großes Team zu kämpfen hat. Ein großer Punkt ist die wirtschaftliche Unsicherheit im Printgeschäft durch das Remissionsrecht der Barsortimente.

Beispiel gefällig?
Ein Barsortiment hat Anfang 2026 mehr Bücher remittiert, als sie in ganz 2025 von mir bezogen haben. Dabei haben sie das abgezogene Skonto unterschlagen, wollten also mehr Geld zurück, als sie mir ursprünglich bezahlt haben. Das ist eine konkrete Situation, die aber ein gutes Sinnbild ist für die tagtäglichen Geschehnisse, mit denen sich Kleinverlage herumschlagen müssen.

Ich bin noch in einer privilegierten Position, weil ich meine eigenen Bücher veröffentliche und 100 % der Marge einstreichen kann. Aber der typische Kleinverlag kann das nicht von sich behaupten. Es ist doppelt schade, dass Personen aus Leidenschaft einen Verlag gründen und mehr Autor*innen so Zugang zu Verlagsveröffentlichungen bekommen – nur, damit dieses Vorhaben am Ende scheitert.

Habt ihr etwas davon mitbekommen und was ist eure Meinung dazu?

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