Beethoven oder Mozart – wie plottest du?

Plotten – für manche ein Hasswort, für andere der Lebensinhalt. Wer einen Roman schreiben möchte, kann demnach in die Kategorien „Beethoven“ und „Mozart“ eingeteilt werden. Aber was hat Buchplanung mit klassischer Musik zu tun? Finde heraus, ob du zur Kategorie Beethoven oder Mozart gehörst!

Plotten wie Beethoven

Wie läuft’s?: Im Gegensatz zu Mozart war Beethoven dafür bekannt, einfach wild drauf los zu komponieren. Er schrieb alles auf, was ihm einfiel, sodass mehr und mehr Entwürfe entstanden, die er schließlich zu einem Stück zusammenführte. „Beethoven-Plotter“ sind damit diejenigen unter uns, die nicht plotten, sondern bei ihrem Manuskript gerne einfach drauf losschreiben, ohne vorher große Pläne zu machen.

Vorteile: Viele von uns hassen Plotten. Sie wollen ihr Buch überhaupt nicht in- und auswendig kennen, bevor sie auch nur einen einzigen Satz zu Papier gebracht haben. Sie wollen sich von ihrem Manuskript überraschen lassen. Für diejenigen ist die Beethoven-Methode perfekt.

Nachteile: Der Überarbeitungsaufwand ist für Beethoven-Plotter um einiges höher. Wer sich keinen Plan macht und am Anfang des Schreibprozesses das Ende noch nicht kennt, riskiert u.a., dass „vorne und hinten“ am Ende nicht mehr zusammenpassen und man an einigen Ecken und Enden Anpassungen vornehmen muss. Die Zeit, die man sich durchs Nicht-Plotten gespart hat, wird somit doch noch investiert. Außerdem riskieren Beethoven-Schreiber, an einem „toten Punkt“ anzukommen, an dem sie nicht wissen, wie es weitergeht. Spätestens dann könnte Plotten vielleicht doch noch erforderlich werden.

Früher war ich ein Beethoven-Schreiber, habe also immer einfach drauf los geschrieben und die Geschichte sich selbst entwickeln lassen. Klingt romantisch? Ist es vielleicht – bis man sich noch Jahre später dabei erwischt, den Roman immer noch überarbeiten zu müssen.

Plotten wie Mozart

Wie läuft’s?: Im Gegensatz zu Beethoven komponierte Mozart erst ein ganzes Stück, bevor er auch nur eine einzige Note aufschrieb. Das entspricht denjenigen Autoren, die ein Buch erst von Anfang bis Ende durchplotten, bevor sie anfangen zu schreiben.

Vorteile: Der Nachteil der Beethoven-Methode ist der Vorteil der Mozart-Methode: Wer von Anfang an weiß, was im Buch passieren wird, kann das Manuskript während des Schreibprozesses gezielt in diese Richtung lenken und womöglich sogar schneller schreiben. Hinweise auf einen späteren Plot-Twist können gestreut und Andeutungen können gemacht werden. Das führt dazu, dass das Manuskript mit hoher Wahrscheinlichkeit schon im ersten Entwurf „rund“ ist.

Nachteile: Auch hier kann man den Spieß einfach umdrehen. Viele von uns hassen plotten, weil sie von ihrem eigenen Manuskript gelangweilt werden, wenn sie schon von vornherein „zu viel“ darüber wissen. Sie wollen ihr Manuskript auf eigene Faust im „Abenteurer-Modus“ entdecken. Dieser Nachteil hängt natürlich stark von der Persönlichkeit des Autors ab und gilt bei weitem nicht für jeden.

Und ihr?

An dieser Stelle muss ich mich als „Mozart-Plotter“ outen: Ich fange erst an zu schreiben, wenn ich mindestens 80 % geplottet habe. Wie genau ich dabei vorgehe, erfahrt ihr an anderer Stelle. Auf diese Weise kann ich mich auf jede einzelne Szene freuen. Außerdem muss ich bei der Überarbeitung eines Romans nicht mit ganzen Kapiteln um mich werfen, weil alles – von Anfang bis Ende – einen roten Faden hat und Sinn ergibt.

Seid ihr Beethoven- oder Mozart-Plotter? Was gefällt euch daran, und was würdet ihr lieber anders angehen?

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