Instagrams Vorgeschlagene Beiträge: Wie deine Reichweite darunter leidet

Im August/September hat Instagram damit begonnen, ein neues Update auszurollen. Seitdem zeigt euch die App sogenannte „Vorgeschlagene Beiträge“. Was diese Meldung bedeutet und wie sie sich auf deine Reichweite auswirkt, erfährst du hier.

Die Meldung am Feed-Ende

Seit dem neuesten Update findest du diese Nachricht in deinem Newsfeed auf Instagram.

Zumindest der erste Teil dieser Meldung auf Instagram sollte dir nicht neu sein: Bisher ist der Haken mit „Du bist auf dem neuesten Stand“ immer dann erschienen, wenn du bis zum Ende deines Feeds gescrollt hast. Je nachdem, wie vielen Konten du folgst und wie viel sie posten, hast du diese Meldung häufiger oder seltener gesehen.

Neu hingegen ist der Zusatz „Vorgeschlagene Beiträge“ sowie der unscheinbare Link „Ältere Beiträge anzeigen“.


Was sind vorgeschlagene Beiträge auf Instagram?

Vorgeschlagene Beiträge auf Instagram sind nichts anderes als beliebte Posts, die der Algorithmus als interessant für dich eingestuft hat. Das Besondere hierbei ist, dass die Posts nur von Konten stammen, die du nicht abonniert hast. Klingt doch zuerst einmal ganz gut, oder? Neue Accounts zu entdecken, hat schließlich noch nie geschadet.

Doch das Update kann verheerende Auswirkung auf die Reichweite kleinerer Accounts haben.

Warum?

Die Meldung „Du bist auf dem neuesten Stand“ erscheint nicht mehr, wenn man am Ende des Instagram-Feeds angekommen ist, sondern viel früher. Sobald man einen Post einmal (bewusst oder unbewusst) gesehen hat, wird er nicht mehr im Feed angezeigt, sondern in einen anderen Bereich verschoben. Je öfter man im Feed scrollt, desto schneller werden „jüngere“ Beiträge daraus verschwinden.

Die Folge: Man sieht teilweise nur noch die Posts der letzten 2 Stunden oder gar 30 Minuten im Feed. Danach wird dieser von den „Vorgeschlagenen Beiträgen“ abgelöst. Um dann noch die Posts der Konten zu sehen, die du abonniert hast, musst du extra auf den (sehr unscheinbaren) Link „Ältere Beiträge anzeigen“ klicken.


Was ist das Problem mit Instagrams Vorschlagenenen Beiträgen?

Das große Problem mit Instagrams vorgeschlagenen Beiträgen ist, dass man nur noch einen Bruchteil der Posts aus den eigenen Abos im Feed sieht. Der Link „Ältere Beiträge anzeigen“ ist sehr versteckt und kann schnell überscrollt werden. Damit findet man sich plötzlich inmitten von Posts von Konten wieder, denen man nicht folgt, und hat teils größere Schwierigkeiten, den Link zu finden, mit dem man endlich wieder in den richtigen Feed gelangt.

Noch dazu lässt sich diese neue Funktion aktuell nicht abschalten! (Stand: 13.09.2020)

Was bedeutet das für kleinere Accounts?

Die Reichweite von Posts kann durch Hashtags, durch die Startseite oder sonstige Quellen vergrößert werden. Wenn die eigenen Follower deine Posts schon nach kurzer Zeit nicht mehr auf ihrer Startseite finden, weil sie in die Älteren Beiträge verschoben wurden, kann sich das stark auf die Reichweite (durch die Startseite) auswirken. Anstatt deine Posts zu sehen, eröffnet sich deinen Abonnenten ein neuer Feed voller großer Konten, die sie noch nicht kennen.

Das bedeutet: Die Reichweite kleinerer (bis über 2000 Abonnenten) sinkt, weil die eigenen Abonnenten den Content nicht mehr sehen.

Bei einer Umfrage über meinen Instagram-Account hat sich ergeben, dass kleinere Accounts teilweise mehr als 50 % ihrer Reichweite verloren haben, seit das Instagram-Update rund um die „Vorgeschlagenen Beiträge“ eingeführt wurde. Aber was kann man tun, um dem entgegenzuwirken?


Reichweite trotz Vorgeschlagener Beiträge erhöhen

Um die eigene Reichweite wieder zu erhöhen oder zu stabilisieren, ist eine Sensibilisierung auf beiden Seiten nötig: Auf der der Content Creator und der der Follower bzw. Community.

Was können Content Creator tun, um ihre Reichweite zu erhöhen?

Es gibt mehrere Schritte, die du als Content Creator unabhängig voneinander einleiten kannst.

1. Follower dazu animieren, die Benachrichtigungen zu deinen Posts zu aktivieren (siehe unten)

Auf diese Weise erfahren sie unabhängig von ihrem eigenen Feed immer tagesaktuell von deinen neuen Posts.

2. Deine Posts zusätzlich in der Story teilen

Während der Instagram-Feed ständig neuen Updates unterworfen wird, ist die Story noch relativ „sicher“ und die Wahrscheinlichkeit höher, dass deine Community deine Story sieht. Wenn du deine Instagram-Posts in deiner Story teilst, erfahren deine Follower auch ohne Benachrichtigung über Neuigkeiten.

3. Call-to-actions verwenden

Wer viel auf YouTube unterwegs ist, kennt die typischen Calls-to-action bereits: „Klickt auf „Gefällt mir“, abonniert mich und drückt auf die Glocke, um nichts mehr zu verpassen.“ Was hier schon Gang und Gäbe ist, hat auf Instagram noch wenig bis keinen Einzug erhalten. Dabei sind Interaktionen der Community ausschlaggebend für eine große Reichweite.

Die Interaktionen, mit denen dir deine Community helfen kann, findest du weiter unten. Versuche, sie in deinen Posts aktiv zur Interaktion zu animieren. Das kann am Anfang oder am Ende der Caption oder innerhalb des Posts z.B. auf einem zweiten Bild passieren. Scheue dich nicht davor, zu „betteln“! Probiere einfach mal verschiedene Calls-to-Action aus und beobachte, was passiert.

4. Follower aussieben, die nicht mit dem Content interagieren

Der vielleicht schwierigste Punkt hinsichtlich Umsetzbarkeit und Sich-trauen, da sich Instagram allein um hohe Followerzahlen zu drehen scheint. Aber es ist wichtig, deine Follower zu bereinigen, wenn du deine Reichweite erhöhen willst. Denn:

Wenige Follower, viel Interaktion > Viele Follower, wenig Interaktion!

Was bedeutet das im Klartext? Wenn du z.B. 1000 Abonnenten bei Instagram hast, aber nur 10 % regelmäßig mit deinen Posts interagieren, wird der Instagram-Algorithmus deine Posts als weniger interessant einstufen. Deshalb werden sie weder in den Top Posts der jeweiligen Hashtags noch auf den Startseiten deiner anderen Abonnenten ausgespielt. Aus diesem Grund willst du möglichst nur Follower haben, die aktiv mit dir interagieren. Jeder „Schein-Follower“ (und dazu zählen nicht nur Bots) ist Gift für deine Reichweite!

Wie sortiere ich aus?

Leider gibt es über Instagram keine Sortier-Ansicht, die verlässlich zeigt, wer viel mit dir interagiert und wer nicht. Je mehr Follower man hat, desto mühseliger ist es, die Liste selbst durchzugehen und eine Einschätzung vorzunehmen. Es gibt einige Dritt-Apps zur Follower-Analyse auf Instagram, doch Instagram straft deren Nutzung hart ab, weshalb sie mit Vorsicht zu genießen sind.

Was du machen kannst, ist, ab sofort jeden neuen Follower anzusehen. Wenn es sich dabei offensichtlich um einen Spam/Bot (z.B. US-Veteran) handelt, sofort löschen oder blockieren. Du kannst auch darüber nachdenken, neue Follower, die z.B. über 2000 Abos haben, selbst wieder zu löschen, da man ab einer gewissen Zahl nicht mehr davon ausgehen kann, dass sie aktiv mit einem interagieren. Die Grenze, die du setzt, bleibt dir überlassen.

Wenn du massiv Follower löschst, pass auf, dass du nicht zu viele in zu kurzer Zeit entfernst: Leider wird Instagram hier misstrauisch und wird dich mit einem kleineren Bann bestrafen.


Was kann die Community tun, um zu helfen?

Auf Instagram solltest du dich nicht nur als Content Creator, sondern auch als Follower anderer Konten selbst sensibilisieren und dafür sorgen, dass deine eigene Community ebenfalls ein Bewusstsein dafür entwickelt, dich aktiv gegen den Algorithmus zu unterstützen.

Auch hier gibt es verschiedene Wege.

Wenn deine Abonnenten trotz Vorgeschlagener Beiträge nichts mehr verpassen wollen, können sie:

1. Aktiv die Storys ihrer Abos verfolgen, in denen die neuesten Beiträge geteilt werden (s.o.)

2. Benachrichtigungen für ihre Lieblings-Accounts aktivieren

Sie können dir darüber hinaus aber auch tagtäglich beim Kampf gegen den Algorithmus helfen, indem sie deine Beiträge

  • „herzen“ (Gefällt mir drücken)
  • kommentieren
  • ganz wichtig: teilen!
  • oder dir entfolgen

Warum sie dir beim Entfolgen helfen? Wie wir oben festgestellt haben, sind Follower, die nicht mit dir interagieren, schlecht für deine Reichweite. Das bedeutet: Jeder Follower, der nicht mit dir interagiert, hilft dir weiter, indem er dir entfolgt. Damit wird dein Verhältnis der Follower-Interaktionen und folglich deine Reichweite verbessert.

Natürlich hat man als Follower nicht immer Zeit, um alles zu kommentieren und zu teilen. Behalte im Hinterkopf: Jede Interaktion ist wertvoll. Wenn du also nur blind durch deinen Feed scrollst und schnell Herzen an deine Abos verteilst, hast du in wenig Zeit vielen Konten geholfen.


Warum macht Instagram solche Updates?

Updates wie die „Vorgeschlagenen Beiträge“ existieren zum Zweck der Monetarisierung. Kleinen Accounts wird Reichweite entzogen. Diese wollen das ausgleichen und nutzen die einzige Möglichkeit, die auf den ersten Blick als sicherer Garant für mehr Reichweite erscheint: Sie schalten Anzeigen. Auf diese Weise sichert sich Instagram bzw. Mehreinnahmen.

Anleitung: Benachrichtigungen auf Instagram aktivieren

Mit Beitrags-Benachrichtigungen bekommen deine Abonnenten eine Meldung, sobald du etwas postest. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Profil des Abos aufrufen

2. Auf „Abonniert“-Button tippen

3. „Benachrichtigungen“ auswählen

4. Benachrichtigungen je nach Content-Art einstellen


Fazit

Instagram macht es kleineren Accounts mit neuen Updates zunehmend schwerer. Umso wichtiger ist es, dass diese kleinen Accounts zusammenhalten und sich gegenseitig in Sachen Reichweite unterstützen.

Letztes Update: 15. September 2020, 14:30 Uhr.

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