Warum Instagram-Buchmarketing nicht alles ist

Instagram-Buchmarketing wird überbewertet. Ich habe das Gefühl, dass ein Großteil der Autoren „Marketing“ mit Instagram-Posts gleichsetzt. Wenn jemand nach seiner Marketing-Strategie gefragt wird, spricht er Vorträge über Release-Aktionen, Blogtouren, Buchtrailer, Textschnipsel und Illustrationen, die allesamt auf Instagram verbreitet werden.

So einfach ist das nur leider nicht. Instagram kann ein Teil deines Buchmarketings sein, aber niemals dein ganzes Buchmarketing.

Die große Buchmarketing-Preisfrage auf Instagram

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Stelle dir folgende Frage: Wen erreichst du bei Bookstagram? Leser oder doch nur andere Autoren?

Instagram ist für Autoren eine tolle Austauschplattform, weil die schreibende Gemeinde in den letzten Jahren immer größer geworden ist. Wer auf der Suche nach Gleichgesinnten ist, wird hier fündig. Wer Dienstleistungen an Autoren vermarkten will (z. B. Lektorate), kann hier auch ein ordentliche Reichweite abschöpfen.

Aber was, wenn die Zielgruppe Leser sind?

Hier muss man zwischen Buchbloggern und „normalen“ Lesern unterscheiden: Einfach deshalb, weil Buchblogger ein hohes Involvement in ihr Hobby Lesen stecken. Es ist aber ein Fakt, dass Lesen für den Großteil der Gemeinschaft einfach nur ein passives Nebenbei-Hobby ist. Man liest gerne, aber man hat nicht das Bedürfnis, aktiv in den sozialen Medien Autoren, Buchbloggern o.Ä. zu folgen. Das bedeutet, viele „normale“ Leser sind nicht in der Bookstagram-Community aktiv und du wirst sie mit deinen (organischen) Posts nicht erreichen.

Das bedeutet auch: Mehr ist nicht automatisch mehr. Charaktervorstellungen, Trailer, Textschnipsel lassen deine Buchverkäufe nicht durch die Decke gehen. Das liegt v.a. daran, dass ein Großteil der Leute hier überhaupt nicht auf der Suche nach neuem Lesestoff ist: Viele Autoren und Blogger sind nur hier, um ihre eigenen Bücher zu präsentieren. Es ist eine Output-Plattform. Und ob dein Post ausgerechnet die Leute erreicht, die auf der Suche nach Büchern sind, kann man weder beeinflussen noch zuverlässig kontrollieren. Und genau das ist ein wichtiges Stichwort.


Kontrolle ist besser

Was die meisten in ihrer Marketing-Strategie vergessen, ist die Marketing-Kontrolle. Genauer gesagt die Frage nach Aufwand und Ertrag und wie diese im Verhältnis zueinander stehen: Wenn ich Stunden an Arbeit Buchtrailer, Textschnipsel, Illustrationen o.Ä. investiere, nur damit der Content immer wieder von denselben 500 Leuten gesehen wird und sich vielleicht einer davon mein Buch kauft, hat sich das dann wirklich gelohnt?

Instagram hat leider mangelnde Kontrollmöglichkeiten, nachzuvollziehen, wen genau die eigenen Posts erreichen. Sind von den 500 vielleicht 450 andere Autoren, die ein Buch pro Jahr lesen und sowieso kein Interesse an meinem Roman hätten? Sind es Buchblogger, die so viele Kooperationen am Laufen haben, dass sie keine Zeit hätten, um mein Buch zu kaufen? Oder sind vielleicht doch ein paar „richtige“ Leser darunter – genau die Leute, die ich mit meinem Marketing ansprechen will?

Wir werden es nie erfahren. Und genau deshalb tendiert man dazu, immer mehr Content für Instagram zu produzieren, weil man sich einbildet, dass mehr mehr bringt. Das artet aber schon sehr früh in vergebliche Liebesmüh aus. Selbst wenn dein Buchcontent am Anfang noch einiges an Interaktion bringt, bringt er nicht unbedingt mehr, wenn er immer dieselben Leute erreicht, die vielleicht sowieso schon eine vorgefertigte Meinung zum Buch haben oder zu einer der nicht so relevanten, oben genannten Gruppen gehören. Irgendwann hat man einen „Peak“ erreicht, an dem organische Instagram-Posts nicht mehr nennenswert viel bringen.


Was tun?

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Meine Empfehlung: Nicht auf Zwang Stunden für die Content-Produktion aufwenden. Versuche, weniger zu machen und diesen Content dafür gezielter zu streuen, und untersuche, ob du irgendwelche Unterschiede oder Auswirkungen feststellen kannst.

Wenn du das Gefühl hast, dass dir das Instagram-Buchmarketing nichts bringt, liegt es vielleicht daran, dass es stimmt. Also teile dir deine Zeit produktiver ein.

Setze dir vorab ein Zeitbudget oder mach einen genauen Plan, welchen Content du für dein Instagram-Marketing erstellen willst, und versuche den Aufwand so gering wie möglich zu halten.


Wem bringen organische Instagram-Posts am meisten fürs Buchmarketing?

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Auf Instagram tummeln sich einige „Blogger-Autoren-Hybride„. Meistens sind es Autoren, die auch sehr viel Blogger-Content (= auf ansprechende Weise präsentierte Bücher) posten oder zuerst Blogger waren, bevor sie angefangen haben zu veröffentlichen. Durch ihren Blogger-Content locken sie viele andere Blogger und auch echte Leser an, die genau für diesen Zweck da sind: Um Bücher präsentiert zu bekommen. Wenn der Hybrid dann sein eigenes Buch präsentiert, erfüllt das auch genau diesen Zweck, und man spricht die richtigen Leute an.

Im Vergleich dazu wird ein klassischer Autoren-Account hauptsächlich über sein Buch und dessen Entstehungsprozess posten. Das kann für Stammleser interessant sein, ist aber nicht unbedingt der Content, den es braucht, um Leser anzulocken. Versteht mich nicht falsch: Auch Content für Stammleser ist Marketing. Aber es sollte nicht das einzige Marketing sein, das man anstrebt.

Das bedeutet nicht, dass jeder Autor jetzt auch noch Buchblogger werden muss, sondern dass es noch unzählige andere Marketing-Optionen da draußen gibt, in die es sich vielleicht mehr lohnt, Zeit und Mühe zu investieren.

Deshalb mein Appell: Denkt darüber nach, wie viel Aufwand ihr in Insta steckt und ob es sich für euch rentiert. Wenn nicht: Nutzt die Zeit lieber für Marketing außerhalb von Insta oder zum Schreiben. Hier auf dem Blog erfahrt ihr mehr zum Thema Buchmarketing.

Wie nutzt du Instagram fürs Buchmarketing?


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