8 Produktivitäts-Tipps für Autoren: Mehr schreiben in weniger Zeit

Jeder, der beruflich schreibt, hat wohl sein ganz eigenes Geheimrezept, um produktiver zu werden und mehr Text in weniger Zeit zu schaffen. Ganz einfach, weil jeder von uns individuell ist und unterschiedlich auf innere und äußere Reize reagiert. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei, seine eigene Produktivität beim Schreiben von Romanen, Kurzgeschichten, Blogposts, etc., zu beeinflussen.

Nachdem ich des Öfteren gefragt wurde, wie ich es schaffe, 6.000 und mehr Wörter täglich zu schreiben, habe ich über mein eigenes Schreibverhalten nachgedacht und die für mich wichtigsten Punkte, die meine Produktivität verbessern, hier für euch zusammengefasst.

Faktor 1: Zeit

Es geht hier weniger ums Zeit haben, sondern eher ums sich Zeit nehmen. Ein kleines bisschen ist immer besser als nichts. Also wenn du Zeit hast, dann schreib.

Keiner der nächsten Faktoren wird „Lust“ oder „Motivation“ sein. Zeit ist alles, was du brauchst. Hinter „Zeit“ steckt aber noch mehr:

An manchen Tageszeiten ist man einfach produktiver als an anderen. Die Gleichung „mehr Zeit = mehr Text“ geht also nicht ganz auf. Wenn ich mir drei Stunden morgens zum Schreiben nehme, schaffe ich erfahrungsgemäß viel weniger als abends, weil ich gedanklich noch bei hundert anderen Dingen bin, die ich im Laufe des Tages erledigen muss. Am Abend ist all das passé – und ich kann mich ganz aufs Schreiben einlassen.

Es gibt unterschiedlich gute Tageszeit-„Qualitäten“ fürs Schreiben. Wenn du dich morgens besser konzentrieren kannst, schreib morgens. Andernfalls abends, nachmittags, nachts.

Faktor 2: Plot

Du kannst nur viel schreiben, wenn du auch weißt, was oder worüber du schreiben willst.

Ich bin ein „Mozart-Plotter“. Wer nicht weiß, wovon ich spreche, wird hier fündig.

Ich plotte viel und weiß von Anfang an genau, welche Szenen mein Buch durchläuft. Für viele ist das nichts, weil sie sonst von ihrem eigenen Buch gelangweilt werden. Das Geheimnis dabei ist, sich immer noch überraschen zu lassen. Bei einer Szene plane ich mindestens a) Anfang, b) Ende und c) Konflikt/Ereignis/Grund, weshalb die Szene überhaupt ins Buch muss.

Auf diese Weise kann man immer noch während des Schreibens Neues entdecken. Aber man hat eben auch einen Plan und damit eine Ausrede weniger, nicht zu schreiben: Weil ich weiß, wo es hingeht, und es nur noch aufschreiben muss.

Um mehr zu schreiben, hilft es, zu wissen, wo die Reise hingeht. Auf diese Weise kannst du deinen vorgegebenen Plan abarbeiten und musst nicht zwischendurch innehalten, um über das, was kommt, nachzudenken. Produktivität vorprogrammiert!

Faktor 3: Routine

Der für mich wichtigste Faktor. Wer sich nicht zum Schreiben aufraffen kann, dem ist mit einer Routine vielleicht geholfen. Damit entfällt „Motivation“ auch endgültig.

Vor allem in der aktuellen Situation habe ich den Luxus, dass jeder meiner Tage gleich ablaufen kann. Ich stehe zur selben Zeit auf, mache zur selben Zeit Sport, etc.

Schreiben ist tatsächlich das Einzige, was ich nicht plane – sondern alles andere.

Alle Ablenkungen haben einen eigenen Zeitslot im Laufe des Tages. Ich mache diese Dinge nur während des Slots. Ansonsten schreibe ich.

Eine Routine funktioniert, wenn man sich irgendwann nicht mehr fragen muss: „Habe ich überhaupt Lust darauf?“ oder „Habe ich Zeit dafür?“ Denn dann tut man es einfach. Menschen sind Gewohnheitstiere. Probiert es also einfach mal aus und seht, ob und inwieweit es euch hilft.

Weitere Tipps für mehr Produktivität beim Schreiben

  • Handy weg. Wirklich, leg es weg. Auf die andere Seite des Zimmers oder in ein anderes Zimmer oder wirf es aus dem Fenster, wenn es sein muss. (Oder installiere dir eine App, um es länger liegenzulassen).
  • Setze dir eine Mindest-Wortzahl, die du pro Tag schaffen willst
  • Ansporn: Ich möchte das hier nicht „Motivation“ nennen, weil ich damit nicht das Aufraffen zum Schreiben meine, sondern die Motivation dafür, mehr zu schreiben. Wer ehrgeizig ist, kann z.B. jeden Tag seine Wortzahl aufschreiben und sich selbst dazu anspornen, jeden Tag mehr zu schreiben als am Vortag. Andere setzen sich hingegen ein fixes Wortziel, das sie erreichen wollen und dann aufhören. Auch das ist besser als nichts und in Kombination mit einer fixen Schreib-Routine ein Schritt in die richtige Richtung.
    Einen Schreibkalender findest du z.B. bei Marie Graßhoff.
  • Du kommst bei der aktuellen Szene nicht weiter? Überspringe sie notfalls. Schieb sie nicht vor dir her, denn damit schiebst du auch das restliche Buch vor dir her.
  • Setz dich nicht zu sehr unter Druck: Druck kann nur bis zu einem gewissen Grad motivieren, bevor er in Stress ausartet. Und ist das Leben nicht schon stressig genug? Kein Grund, sich selbst noch welchen zu machen. Wenn es an einem Tag mal nicht geht, dann geht es eben nicht. Also lass den Kopf nicht hängen – morgen ist auch noch ein Tag.

Welche Tipps bringen dich dazu, mehr zu schreiben? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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2 Kommentare

  1. Es sind für mich auf jeden Fall ein paar hilfreiche Tipps dabei, also danke! Was mich wohl immer wieder am meisten vom Schreiben abhält ist mein Handy. Problem? Ich kann es nicht weglegen, weil ich wohl die nächsten paar Jahre weiterhin daran schreiben muss, bis ich mir einen Laptop oder ähnliches leisten kann…

    1. Ohje, da hast du natürlich recht! Schlimmstenfalls hilft dir der Offline-Modus o.Ä. vielleicht ein kleines bisschen dabei, konzentriert am Handy schreiben zu können. 🙂

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