Manuskript einreichen: In 5 Schritten zum perfekten Verlagsanschreiben

Das „Ende“ ist unters Manuskript gesetzt, Überarbeitungen und Testleserrunden vorbei: Du willst dein Manuskript bei einem Verlag einreichen – oder dich bei einer Literaturagentur bewerben. Dafür muss erst einmal ein Anschreiben her. Kurz oder lang? Individuell oder allgemein gehalten? Wie detailliert soll es sein? Halt dich gut fest – denn hier kommen die 5 Punkte, die in keinem Verlagsanschreiben fehlen dürfen!

Zweck des Verlagsanschreibens

Zugegeben, nicht bei jedem Verlag und jeder Agentur ist ein Anschreiben erforderlich. Es fällt z.B. weg, wenn man das Manuskript nicht per Mail oder Post einsendet, sondern über ein Online-Kontaktformular ohne Textfeld.

Tatsächlich kann ein gutes Anschreiben sehr viel wert sein, wenn du ein Manuskript beim Verlag einreichst. Nach einer Zusage habe ich das tolle Feedback bekommen, dass ich mich schon mit meinem Anschreiben schon sehr deutlich vom Rest der Bewerber abgehoben habe.

Sieh das Anschreiben aber nicht als lästige Höflichkeit innerhalb der Bewerbung, sondern als Möglichkeit:

  1. einen guten ersten Eindruck von dir selbst als Autor und natürlich von deinem Manuskript zu machen
  2. zu zeigen, dass du dein Manuskript und den Markt gut kennst
  3. aus der Menge der Bewerber herauszustechen

Was gibt es also zu beachten? Hier kommen 5 Tipps für deine Manuskripteinsendung!

Inhalt des Verlagsanschreibens

1. Wer du bist

Auch wenn dein Manuskript bei der Verlagsbewerbung im Vordergrund steht, kannst du gerne ein paar Worte über dich verlieren. Deine Vita und ggf. Veröffentlichungsliste sollten sowieso immer als Anlage beigefügt werden, aber es schadet nicht, Highlights auch schon im Mail-Text zu erwähnen. Wenn du zum Beispiel schon mal einen Schreibwettbewerb gewonnen oder ein eigenständiges Buch veröffentlicht hast, warum nicht?

Genauso, wenn das Buch inhaltlich etwas mit deinem Leben zu tun hat. Das muss nicht zwingend nur bei Biographien der Fall sein. Hast du eine Ballett-Liebesgeschichte geschrieben und tanzt, seit du ein Kind warst? Das ist eine interessante Info, die gleich den Eindruck vermittelt, dass du Ahnung von deinem Thema hast.

2. Was du hast

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Du hast ein Buch geschrieben, nicht wahr? Das muss natürlich auch mit ins Anschreiben. Gib den Titel, Genre, Zielgruppe, die (voraussichtliche) Länge und den Bearbeitungsstatus (fertiggestellt oder falls nicht, wie viel bereits geschrieben ist). Ich stelle das Manuskript zusätzlich mit einem Kurzpitch (ähnlich einem sehr kurzen Klappentext) vor, der Lust darauf macht, das Exposé zu lesen.

Vergesst nicht: Das Anschreiben ist meistens der erste Eindruck, den man von euch und eurem Manuskript bekommt. Und der erste Eindruck zählt bekanntlich.

3. Was du willst

Du willst einen Buchvertrag und Millionen damit verdienen. Klar. Aber was willst du gerade eben von der Agentur oder Verlag? Vermutlich, dass sie dein Manuskript prüfen, oder? Schreib das auch so.

Natürlich wird aus dem Kontext klar, dass du es gerne prüfen lassen würdest, aber dein Anschreiben wirkt um einiges höflicher, wenn du das auch artikulierst und nicht einfach Exposé und Leseprobe hinklatschst und erwartest, dass deine Gedanken gelesen werden.

4. Warum du es bekommen solltest

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Das hier ist ein sehr wichtiger Punkt, den viele bei ihrer ersten Bewerbung außer acht lassen.

Informiere dich über Verlagsprogramm (oder bei Agenturen: Über die Bücher, die sie in letzter Zeit erfolgreich vermittelt haben) und finde heraus, wo darin sich dein Manuskript eingliedern könnte. Nenne gerne vergleichbare Titel, die z.B. dasselbe Genre, Thema oder ähnliche Charaktere haben. Wenn du mehrere findest, die deinem Manuskript auf verschiedene Weise ähneln, umso besser!

Auch das kann gerne mit ins Verlagsanschreiben. Das zeigt nicht nur, dass du weißt, bei wem du dich hier bewirbst, sondern auch, dass du dir Gedanken um die Positionierung deines Manuskripts gemacht hast.

Dein Wunschverlag hat gar keine ähnlichen Bücher im Programm – aber die Konkurrenz schon? Dann kannst du sie trotzdem erwähnen! Auf diese Weise wird der Verlag auf eine Lücke in seinem Programm aufmerksam gemacht, die von anderen Verlagen abgedeckt wird – und mit deinem Manuskript schickst du ihnen gleich einen Weg, die Lücke zu füllen.

5. Warum du es gerade von ihnen willst

Warum soll dein Manuskript gerade von diesem Verlag veröffentlicht werden? Natürlich, weil er ins Programm passt. Allerdings passt dein Buch gleichzeitig bestimmt noch in die Programme anderer Verlage. Also warum gerade dieser?

Verschlingst du von diesem Verlag eine Reihe nach der anderen? Hat dich Buch XY begeistert oder glaubst du, dass dein Manuskript eine ähnliche Zielgruppe ansprechen könnte? Was auch immer es ist, was diesen Verlag von deinen anderen Optionen unterscheidet: Es schadet nicht, darauf aufmerksam zu machen.

Länge des Verlagsanschreibens

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Wie bei Job-Bewerbungen kann es natürlich sein, dass dem Anschreiben überhaupt keine Aufmerksamkeit geschenkt wird. Gleichzeitig ist dein Anschreiben der erste Eindruck, den der Lektor von dir bekommt – noch vor dem Exposé! Genau wie beim Exposé gilt hier also: So lange wie nötig, so kurz wie möglich.

Warum? Weil du schon hier demonstrieren kannst, dass du weißt, was du geschrieben hast, und in der Lage bist, es auf die wichtigsten Punkte zu reduzieren. Stell dir vor, du würdest dem Lektor persönlich begegnen und müsstest ihm irgendwie deutlich machen, dass du gerne in seinem Verlag veröffentlicht werden möchtest. Würde es einen besseren Eindruck machen, zehn Minuten um den heißen Brei herumzureden? Eher nicht, oder?

Dementsprechend sollte maximal eine halbe Seite genügen.

Diese Fehler solltest du beim Anschreiben vermeiden

close-up photography of person lifting hands
  • Tippfehler
  • Offensichtliches Copypaste (z.B. falscher Ansprechpartner, den es in der Agentur überhaupt nicht gibt)
  • Falsche Unterlagen (z.B. fehlende oder zu lange Dokumente)
  • Nachhaken: Die meisten Agenturen und Verlage vermerken auf ihrer Website, dass man von Nachfragen absehen soll. In diesem Fall solltet ihr euch auch daran halten. Nachhaken beschleunigt so gut wie nie den Prozess und wirft eher ein schlechtes (ungeduldiges) Licht auf euch als Autor.

Wenn du diese Punkte beachtest, kannst du ganz ohne Sorge dein Manuskript einreichen. Der erste gute Eindruck ist garantiert!

Welche Punkte sind in deinen Augen bei der Bewerbung bei Verlagen oder Agenturen unverzichtbar?

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