3 Mythen über die Zielgruppe deines Buchs

Im letzten Blogpost habe ich bereits ausführlich darüber gesprochen, wie du deine Zielgruppe für dein Buch finden kannst. Aber warum sind Zielgruppen für Autoren überhaupt wichtig? Wozu brauche ich sie? Und noch viel wichtiger: Was sind Zielgruppen nicht? Die TOP 3 Fehlschlüsse über Zielgruppen, die jeder Buchautor kennen sollte, findest du hier.

Was ist eine Zielgruppe?

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Eine Zielgruppe ist ein eine bestimmte Gruppe innerhalb der Grundgesamtheit (= alle Menschen), an die dein Buch besonders gerichtet ist. Das bedeutet: Eine Gruppe, auf die du dich im Marketing deiner Bücher konzentrieren kannst. Dein Marketingbudget wird sich hauptsächlich auf deine Zielgruppe fokussieren, da du hier mit dem größten Erfolg rechnen kannst.

Die Zielgruppe variiert also je nachdem, was für ein Buch du geschrieben hast. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, deine Zielgruppe sorgfältig festzulegen, bevor du ins Marketing einsteigst. „Kreuz-und-quer-Marketeting ist nie(!) zielführend!


Was ist eine Zielgruppe nicht?

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Eine Beschränkung. Wer nicht zur Zielgruppe gehört, den willst du nicht automatisch von deinem Buch fernhalten oder verjagen. Er kann dein Buch gerne kaufen, wenn er möchte, schließlich ist jeder einzelne Kauf gleich wertvoll.

Nicht zur Zielgruppe zu gehören, bedeutet einfach nur, dass die Marketingmaßnahmen nicht auf den jeweiligen Menschen ausgerichtet sind. Stattdessen konzentrieren sie sich auf die Zielgruppe, also die Menschen, die von Natur aus affin für dein Buch sein könnten. Wer ohne Zielgruppen-Marketing kauft, ist ein zusätzlicher Gewinn.

Das führt uns auch zu den TOP 3 Trugschlüssen, die Autoren über Zielgruppen haben.


TOP 3 Trugschlüsse über Zielgruppen

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Zielgruppen-Mythos #1: „Mein Buch ist für jedermann“

„Mein Buch ist für alle.“
„Ich möchte niemanden ausschließen.“
„Mein Roman ist für Männer und Frauen von 14 bis 99 Jahren geeignet.“
„Ich will meine Leser nicht in Schubladen stecken.“

Diverse Autoren

Hier haben wir ein paar typische Aussagen, die viele Autoren am Anfang ihrer Karriere treffen. Leider verbauen sie sich damit den Haupt-Zweck des Marketings. Bei der Zielgruppenbildung geht es nicht darum, jemanden auszuschließen, sondern sich auf die vielversprechendste Personengruppe zu konzentrieren, die sich am meisten durch Marketing ansprechen lassen.

Aus diesem Grund muss man auch „geeignet für“ und „Zielgruppe“ unterscheiden.

Beispiel

Ein Rockstar-Liebesroman mit erotischen Szenen ist grundsätzlich für alle Menschen von 18 bis 99 geeignet. Darunter ist es wegen der erotischen Szenen eher kritisch/fraglich.

Aber stellen wir uns jetzt die Frage im Umkehrschluss: Würde ein 99-jähriger Mann (egal ob mit oder ohne Marketing) zu diesem Roman greifen? Wie wahrscheinlich wäre das?

Und wie wahrscheinlich wäre das bei einer 20-jährigen Frau, die mitten im Leben steht und sich nach einem Abenteuer sehnt?

Siehst du? Genau deshalb gehört die 20-jährige Frau zur Zielgruppe, der 99-jährige Mann aber nicht. Deshalb werden wir unser Buchmarketing auf die 20-jährige Frau ausrichten – denn schließlich wird sie unser Buch nur kaufen, wenn sie weiß, dass es existiert. Falls dieser Mann von dieser Marketing-Maßnahme auch berührt wird und trotzdem Lust auf dein Buch hat, ist das völlig in Ordnung. Aber er gehört nicht zur Zielgruppe.

Warum nicht einfach alle Menschen ansprechen?

Das hat vor allem einen finanziellen Hintergrund. Effektives Marketing kostet so gut wie immer Geld. Durch neue, digitale Methoden können wir genau beeinflussen, wem unsere Anzeigen, unsere Posts, etc., ausgespielt werden. Hier gilt die Regel: Je mehr Menschen erreicht werden sollen, desto mehr kostet es. Ganz Deutschland, also 82 Millionen Menschen erreichen zu wollen, ist dementsprechend teuer, und die meisten dieser Menschen werden sich weder für dein Buch interessieren noch sich vom Marketing angesprochen fühlen.

Hierbei spricht man auch von einem Streuverlust: Wenn nur 10 % der 82 Millionen Menschen in Deutschland deiner Zielgruppe entsprechen, du dein Marketing auf alle ausspielst, haben wir hier einen 90%-igen Streuverlust. Oder in anderen Worten: 90 % des Budgets, das du investiert hast, ist rausgeworfenes Geld.

Selbst wenn dein Buch für jedermann geeignet ist, solltest du dich beim Marketing auf eine spezielle Zielgruppe konzentrieren, die du konkret ansprechen willst.



Zielgruppen-Mythos #2: „Meine Zielgruppe erkenne ich durch Social Media“

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Wer viel Social Media betreibt, bekommt über Creator- oder Business-Profile z.B. bei Instagram einen guten Einblick in die eigene Follower-Struktur. Hier lassen sich Aussagen treffen wie „Meine Zielgruppe ist hauptsächlich weiblich und zwischen 25 und 34 Jahre alt“. Aber Vorsicht! Das muss nicht für deine Leser gelten. Hier ein paar Gedankenanstöße:

Was, wenn …

  • … du Kinderbücher für 6- bis 10-Jährige schreibst?
  • … du Ratgeber für Senioren schreibst?
  • … ich dir sage, dass Frauen zwischen 25 und 34 im Allgemeinen den größten Anteil der Instagram-Nutzer darstellen und nur deshalb den Großteil deiner Follower ausmachen?
  • … ein hoher Anteil deiner Follower männlich und 45+ Jahre alt ist und du Liebesromane für junge Frauen schreibst?

Siehst du? Deine Follower-Anzahl muss nichts über deine Leserstruktur aussagen. Vor allem, wenn du nicht nur über deine Bücher postest, kannst du dir nicht sicher sein, weshalb dir Menschen folgen. Weil sie Aufmerksamkeit wollen? Oder deine Katzenbilder so toll finden? Oder mehr über deine vegane Ernährung erfahren wollen?

Fakt ist: Du weißt es nicht. Und du kannst nicht davon ausgehen, dass deine Follower automatisch Buchkäufer sind. Normalerweise kannst du schon von Glück reden, wenn auch nur 10 % deiner Follower dein nächstes Buch kaufen werden.

Deshalb: Verlasse dich nicht auf Social-Media-Metriken. Denn deine Zielgruppe sieht meistens zumindest ein kleines bisschen anders aus.


Zielgruppen-Mythos #3: „Meine Zielgruppe ist unabhängig/mag Musik/wie ich“

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Viele Autoren definieren ihre Zielgruppe zu Beginn erst über rein psychografische Merkmale. Das ist auch völlig legitim. Allerdings gibt es hier drei Verbesserungspotenziale:

  1. Vernachlässige die anderen Faktoren der Segmentierung nicht. Alles über demographische, geographische und verhaltensbezogene Segmentierung findest du hier.
  2. Suche nach spezifischen Merkmalen, nach denen du segmentieren kannst. Wenn du beispielsweise eine Anzeige bei Facebook oder Instagram planst, ist es sehr schwierig, diese nach psychographischen Kriterien auszuspielen. Zumindest demographische Kriterien sollten hier eine Rolle spielen. Triff hierbei keine voreiligen Schlüsse. Nur weil du eine Rockstar Romance geschrieben hast, muss deine Zielgruppe nicht zwingend aus Musik-Fanatikern bestehen. Das wäre wiederum eine zu enge Zielgruppendefinition und ebenfalls nicht zielführend.
  3. Gehe nicht davon aus, dass deine Zielgruppe wie du ist. Du magst dein Buch – gut! Das ist doch das Mindeste. Aber schließe deshalb nicht von dir auf andere. Nicht jeder, der dieselben demographischen oder psychographischen Merkmale erfüllt, mag dieselben Bücher wie du.

Bauchgefühl kann gerne unterstützend im Marketing mitspielen, vor allem, wenn du bereits mehrere Bücher veröffentlicht und Erfahrungen gesammelt hast. Aber es kann nie eine sorgfältige Marktforschung und Segmentierung ersetzen!


Und jetzt?

Jetzt, wo wir mit den größten Vorurteilen von Autoren über Zielgruppen aufgeräumt haben, können wir uns voll und ganz auf die Umsetzung konzentrieren. Meine Checkliste zur Zielgruppenfindung hilft dir dabei.

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