Rezensionen für dein Buch: Rezensionsexemplare an Blogger vergeben

Als Autor hätte man gern viele und positive Rezensionen für sein Buch – ein sehr guter Weg, das zu erreichen, sind Rezensionsexemplare von deinem Buch für Buchblogger. Was es damit auf sich hat und wie du am besten vorgehst, erfährst du hier.

Warum sollte ich Rezensionsexemplare vergeben?

Sterne sind besser als keine Sterne: Wenn du ein Produkt auf Amazon kaufen willst, schaust du dir dann eines mit 100 oder 0 Bewertungen näher an?

Diese überspitzte Darstellung zeigt ein grundlegendes Phänomen der menschlichen Psyche auf. Produkte mit Sternebewertungen wirken attraktiver auf uns und motivieren eher zum Kauf. “Das hat schon jemand gelesen und für gut befunden, also werde ich es vielleicht auch gut finden”. Das gilt sogar schon dann, wenn die Sterne nur wahrgenommen und die Rezensionen noch nicht mal gelesen werden.

Im besten Fall besorgst du dir also möglichst schon am Erscheinungstag deines Buchs ein paar Rezensionen. Aber leider ist der Durchschnittsleser sehr rezensionsfaul. Selbst wenn 1000 Leute dein Buch am Erscheinungstag lesen, werden vielleicht nur 10 eine Sterne-Bewertung und vielleicht nur 3 eine Rezension hinterlassen.

Eine Lösung für dieses Problem ist die Vergabe von Rezensionsexemplaren deines Buchs an Buchblogger: Sie lesen dein Buch und rezensieren es auf den Plattformen deiner Wahl, um ihm Sichtbarkeit (z .B. auf Instagram) und ein positives Bild (z. B. auf Amazon) zu verschaffen.


Wie kann ich Rezensenten / Blogger für meinen Roman finden?

person reading book on brown wooden table taken at daytome

Um Buchblogger oder Leser als Rezensenten für dein Buch zu gewinnen, kannst du verschiedene Optionen nutzen oder kombinieren:

  • Social Media, z. B. Instagram (Bookstagram), Facebook (z. B. über Buchblogger-Gruppen), TikTok (Booktok) oder YouTube (BookTube)
  • Amazon und andere Bewertungsportale, z. B. die dortigen Top-Rezensenten
  • Lovelybooks und andere Leserportale, bei denen du Bücher verschenken (nicht zu empfehlen) oder Leserunden veranstalten kannst, bei denen das Buch gemeinsam in der Gruppe gelesen und anschließend rezensiert wird
  • Kostenpflichtig: Rezensentenakquise z. B. über Netgalley

Bei der Bloggersuche solltest du fest mit einer Ausfallquote rechnen. Es ist eine allgemeine Erfahrung der meisten Autoren, dass nicht alle Buchblogger, denen ein kostenfreies Rezensionsexemplar deines Buchs zugeschickt wird, die Rezension zeitnah oder überhaupt verfassen. Immer wieder hört man Bloggern, die einfach so “verschwinden” oder den Autor über Monate hinweg vertrösten, bis man es leid ist, noch nachzuhaken.

Um zu zeigen, wie so eine Ausfallquote zustande kommt, habe ich Print-Rezensionsexemplare an Buchblogger vergeben. Sehen wir uns mal an, was passiert ist.



Ich habe sechs Rezensionsexemplare meines Buchs an Buchblogger vergeben …

Genauer gesagt zu meinem New-Adult-Debüt “Trust In Us”, das am 30.04.21 bei be (Lübbe) erschienen ist. Es gab einige E-Book-Rezensionsexemplare, auf die ich hier aber nicht gesondert eingehen werde, weil die Erfahrungen mit Print-Büchern die Erfahrungen mit E-Book-Rezensionsexemplaren sehr gut widerspiegeln.

In diesem Fall habe ich alle Rezensionsexemplare des Buchs über Instagram vergeben. Anstatt einen Aufruf zu machen, habe ich mittelgroße Bloggerinnen angeschrieben, deren Profil gut zu meinem Buch gepasst hat. Die Ergebnisse haben mir gezeigt, dass die Größe des Accounts nichts über die Zuverlässigkeit aussagt.

… und das ist passiert

Exemplar 1: Ein Traum

Bloggerin hat sehr zeitnah in einem Post, auf ihrem Blog und allen möglichen Online-Plattformen rezensiert. Ein Traum!

Exemplare 2-3: Top!

Rezension am ET auf Instagram und ein paar Online-Plattformen. Da freut man sich!

Exemplare 4 und 5: Sehr gut!

Die Rezensionen kamen ein paar Wochen später. Teilweise nur auf Insta, aber auch auf ein paar Plattformen. Sehr gut!

Exemplar 6: Hallo?

Bloggerin ist zeitweise komplett in der Versenkung verschwunden. Als ich Monate später nachgehakt habe, wurden meine Nachrichten wochenlang nicht geöffnet (Storys und Feed-Posts wurden weiterhin gepostet). Irgendwann wurde meine Nachricht gelesen und es kam tatsächlich eine Rezension – nur als Insta-Post.

Exemplar 7: Danke für nichts

Bloggerin hat mich immer wieder vertröstet, das Buch nicht mal angerührt oder eine Story dazu gemacht, währenddessen fleißig Rezensionsexemplare von Großverlagen gelesen, die sie alle nach meinem erhalten hat. Als ich über 3 Monate später nachgehakt habe, hat sie mir Vorwürfe gemacht, ich würde sie unter Druck setzen, dann aber versprochen, ich würde als Entschuldigung zwei Feed-Posts zum Buch bekommen statt nur einem. Am Ende habe ich eine nichtssagende Story(!)-Rezension bekommen, die also nach 24 Stunden wieder verschwunden ist. Keinen Post, keine Rezensionen auf den gängigen Plattformen, gar nichts.


Hinweise zu Rezensionsexemplaren deines Buchs für Buchblogger

Hier sind ein paar Dinge, die du aus meiner Zusammenfassung mitnehmen könntest, wenn du Rezensionsexemplare deines Buchs an Blogger vergeben willst:

  • Es gibt so gut wie immer eine Ausfallquote. Wie hoch die ist, kann man vorher nicht so gut sagen. Aber stelle dich darauf ein.
  • Nicht alle Rezensionen müssen positiv ausfallen, selbst wenn du dir ganz sicher bist, dass dem Blogger dein Buch gefallen wird.
  • Wer auf Nummer sicher gehen will, vergibt nur E-Book-Exemplare. Ein kostenfrei versendetes Taschenbuch, das nie gelesen oder rezensiert wird, tut deutlich mehr weh.
  • Print-Exemplare können gern z. B. an zuverlässige Blogger vergeben werden, mit denen eine längere Zusammenarbeit besteht.
  • Bei Buchbloggern sollten die Anforderungen (z. B. Zeitpunkt und Plattformen für die Rezensionen) von Anfang an klar kommuniziert und abgestimmt werden.

Weitere Autorentipps findest du im Blog oder exklusiv auf Patreon.

 

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