Buchmarketing-Hacks: Verkaufsargumente für deinen Roman finden und nutzen

Wenn du deine potenziellen Leser für deinen Roman begeistern willst, bleiben dir dafür oft nur ein paar Sekunden. Das Cover kann dabei helfen, das Interesse zu wecken, aber für alle, die nicht zu den „Cover-Käufern“ gehören, wird das nicht reichen. Vor allem im Online-Bereich werden die Aufmerksamkeitsspannen immer größer und die Hürden, einen Betrachter zum Klicken von Shop-Links zu bewegen, immer größer. Wie schafft man es also, einen potenziellen Leser dazu zu bringen, sich für sein Buch zu interessieren, wenn man nur Augenblicke Zeit hat? Mit gezieltem Buchmarketing für deinen Roman: Lies jetzt alles darüber, was eine Präsentation von Verkaufsargumenten für dich bringen kann.

Von der Aufmerksamkeit zum Buchkauf

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Im Marketing kann man den Kaufprozess von Kunden mit der AIDA-Formel beschreiben.

A = Attention / Aufmerksamkeit
I = Interest / Interesse
D = Desire / Kaufdrang
A = Action / Kauf

Ein gutes Cover kann deine Leser zumindest schon mal zum ersten A bringen, vielleicht sogar schon zum I.
(Gegenbeispiel: Ein furchtbares Cover wird auch die Aufmerksamkeit des Lesers wecken, aber ganz bestimmt nicht den Wunsch, mehr Informationen über das Buch einzuholen.)

Aber wie bekommst du deine Zielgruppe in die nächsten Stufen?

In vielen Fällen lautet die Antwort nicht: Mit dem Klappentext. Warum? Weil wir in einer schnelllebigen, binge-watchenden Konsumgesellschaft leben, die keine Zeit hat, sich blockartige, in ganzen Sätzen formulierte Klappentexte durchzulesen.

Mit einer „scannbaren“, bündigen Liste aus ausschlaggebenden Verkaufsargumenten gibst du dem Leser sofort einen Überblick über die wichtigsten Faktoren, die ihn zum Kauf bewegen könnten.

Wenn der Betrachter zu deiner Zielgruppe gehört & du die Sache richtig angehst, wird er daraufhin genau das machen, was du von ihm möchtest:

Er wird beispielsweise bei einem Facebook-Post deinen Call-to-action befolgen und auf einen Shop-Link klicken, wo er sich den Klappentext, den Preis, etc. ansehen wird (Interest-Phase), dann vielleicht den Wunsch haben, sich das Buch zu holen (Desire-Phase) und es im besten Fall nicht auf die Wunschliste setzen, sondern direkt kaufen (Action-Phase). Je nachdem, wie sehr ihn deine Buchvorstellung packt, können die Phasen zwischen den beiden As kürzer oder länger ausfallen.

Ein Call-to-Action ist eine Aufforderung an den Leser, der am Anfang oder Ende eines Buchmarketing-Posts stehen sollte. Die „Aktion“, zu der du aufrufst, kann beispielsweise sein, einen Kommentar zu hinterlassen oder auf einen Link zu klicken(, um weitere Informationen über das Buch zu bekommen).


Was sind Verkaufsargumente?

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Verkaufsargumente sind alle Faktoren, die dein Buch attraktiv für die Zielgruppe machen. Sie können Antworten auf folgende Fragen sein:

  • Was macht dein Buch besonders?
  • Warum will man es gerne lesen?
  • Womit punktet dein Buch?

Für jeden Autor ist es wichtig, diese Fragen zu jeder Zeit beantworten zu könne, wenn er Buchmarketing für seinen Roman betreiben möchte – ganz einfach, weil die Konkurrenz es auch macht.

Im Optimalfall wartest du mit deinen Überlegungen nicht bis zum Erscheinungstermin. Du kannst mit damit schon ganz am Anfang anfangen, z.B.

  • beim Plotten
  • im Schreibprozess
  • für Verlagsautoren: bei der Verlagsbewerbung

Je früher du dir Gedanken darüber machst, desto früher kannst du diese Punkte auch nutzen. Verlagsautoren können sie beispielsweise schon in ihr Exposé einbauen, wenn sie sich bewerben.


Wo und wie verwende ich Verkaufsargumente?

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Die kurze Antwort ist: Überall dort, wo deine Zielgruppe auf dein Buch aufmerksam werden (Attention-Phase) könnte. Beispiele hierfür sind:

  • in der Produktbeschreibung (für Selfpublisher)
  • auf der eigenen Website(, die fester Bestandteil deines Buchmarketings sein sollte)
  • im Newsletter
  • in Social Media Grafiken
  • auf Bannern
  • in Interviews (man wird ja ständig danach gefragt, was das eigene Buch besonders macht)

Scheue dich nicht davor, sie oft zu verwenden, denn genau dafür sind sie da! Wenn jemand mehrmals über deine Liste stolpert, hat das sogar einen positiven Effekt: Wiederholungen sorgen laut Werbeforschung dafür, dass sich die Zielgruppe das beworbene Produkt besser merken kann. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er sich, falls er das Buch nicht sofort kauft, später mal daran erinnern und auf die Suche danach machen wird.


Übung: Verkaufsargumente finden

white printing paper with Marketing Strategy text

Aber was macht deinen Roman nun attraktiv für die Zielgruppe? Ich habe hier eine Liste mit Eckpunkten zusammengestellt, an denen du dich orientieren kannst. Verkaufsargumente kannst du finden in folgenden Bereichen:

  • (Sub-)Genre
  • Setting
  • Stimmung
  • Eigenschaft des Protagonisten
  • Biographischer Bezug
  • Vergleichstitel (mit Vorsicht einsetzen, das kann auch nach hinten losgehen!)

Es müssen nicht immer spezielle „Besonderheiten“ sein. Auch das Genre an sich ist schon ein wichtiger Kauffaktor für deine Zielgruppe. Mach es ihr leicht, zu erkennen, dass dein Buch genau dem Genre angehört, das sie gerne liest.

Denk daran, dass die Verkaufsargumente neben dem Cover die einzigen Informationen sein könnten, die der Betrachter zu deinem Buch aufnimmt (ganz einfach, weil er nicht vorhat, sich weiter zu informieren). Deshalb ist es wichtig für dich, folgende Punkte zu beachten:

Die Verkaufsargumente sollten kurz (überfliegbar), relevant und ggf. ansprechend formatiert sein! Damit stellst du eine „Scannability“ her, d.h., der Betrachter kann deinen Text schnell überfliegen, aufnehmen und verarbeiten. Bei einem sperrigen Klappentext läufst du Gefahr, dass deine Zielgruppe ihn nicht mal anschaut, weil es ihnen zu viel zu lesen wäre. Mach es ihnen also so einfach wie möglich, deine Verkaufsargumente zu lesen.

Verwende dabei auch gerne relevante Schlagwörter (z. B. bei Liebesromanen „enemies to lovers“, „mit Happy End“, etc.). Hab keine Angst vor der Klischee-Falle. Wenn man ein Buch schreibt, will man möglichst dafür sorgen, dass es sich von anderen abhebt. Im Marketing kann es dafür aber sehr hilfreich sein, in Schubladen zu denken.

Warum? Weil die Leser auch in Schubladen denken. „Mir hat Tribute von Panem gefallen, jetzt möchte ich noch irgendwas in der Richtung lesen.“, „Ich lese nur Liebesromane mit Happy End“, „Ich mag Fantasybücher mit Dreiecksbeziehungen“. Wenn du einen Faktor zu bieten hast, der gut in eine derartige Schublade passt, ist das eine Karte, die du definitiv im Marketing ausspielen willst.

Zusammenfassung: Verkaufsargumente fassen kurz und bündig wichtige Elemente des Buchs zusammen, auf die die Zielgruppe beim Buchkauf achtet.


Beispiele

Hier kommen als Beispiele für euch 2 Social-Grafiken, die ich für meine Bücher verwendet habe: Eine Grafik zur Preisaktion von „Thron aus Sturm und Sternen“, eine zur Bewerbung einer Signieraktion von „Trust In Us“.

Auf beiden Bildern ist groß das Cover zu sehen, nebenan meine Verkaufsargumente. Da das Cover von „Trust In Us“ schon deutlich macht, dass es ein Liebesroman ist, habe ich mich hier bei den Verkaufsargumenten auf andere Faktoren konzentriert. Hier sind die Stichpunkte auch etwas länger geworden, weshalb ich die Kernaussagen nochmal fett formatiert habe.

Wenn du Cover und Verkaufsargumente hast, kannst du dir Grafiken in verschiedenen Formaten für alle möglichen Verwendungszwecke basteln und flexibel verwenden.

Bonuspunkte gibt es für die, die ihre Verkaufsargumente flexibel anpassen. Beispielsweise habe ich vor der Veröffentlichung von „Thron aus Sturm und Sternen“ die Seelentiere nicht als Verkaufsargument klassifiziert. Jetzt habe ich sie auf dem Schirm und nutze das aktiv.

Fun Fact: Meine Verkaufsargumente zu Trust In Us wurden im Rahmen der Werbung für die Bücherbüchse-Signieraktion sowohl von der Bücherbüchse als auch vom Verlag für eigene Social Media Posts „geklaut“, was wohl heißt, dass sie für gut befunden wurden. 🙂


Fazit

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Du kannst schon beim Plotten Verkaufsargumente identifizieren. Stelle dir einfach die Frage: „Warum habe ich Lust, dieses Buch zu schreiben?“ Eine Liste mit Faktoren lässt sich besser im Marketing einsetzen als sperrige Klappentexte, weil sie leichter überfliegbar und einprägsamer sind.

Welche Verkaufsargumente würdest du für dein Buch wählen?

Ich will mehr!

… und du bekommst mehr! Ein Handout zur Zielgruppenfindung gibt es kostenlos im Downloadbereich.

Weitere Marketing-Posts für deinen Roman findest du hier.

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