3 Warnsignale bei Verlagsverträgen: Wann du ablehnen solltest

Das Ziel der meisten Autoren ist der Verlagsvertrag: Die Zusage eines Verlags, der dein Buch bei sich veröffentlichen möchte. Es ist ein absoluter Traum und der erste Schritt in Richtung veröffentlichter Autor. Aber manchmal kann es besser sein, Verlagsverträge abzulehnen. Dieser Post soll euch Warnsignale näherbringen, die euch im Falle eines Falles dabei helfen können, einen Moment innezuhalten, bevor ihr einen Vertrag unterschreibt. Und das solltet ihr, insbesondere wenn eure Verträge Laufzeiten von zehn Jahren und mehr haben. Da kommt ihr nicht so schnell wieder raus.

Randnotiz zu Verlagsverträgen

Unzensierte Einblicke in mein eigenes Autorenleben und ausführliche Erfahrungsberichte mit bestimmten Verlagen, deren Verlagsverträge ich abgelehnt oder gekündigt habe, gibt es jederzeit abrufbar für VIPs auf Patreon.

Schlechte Konditionen in Verlagsverträgen

Du solltest Verlagsverträge ablehnen, in denen du für die Veröffentlichung bezahlen oder eine Mindestmenge an Büchern selbst kaufen musst. (Ausgenommen Selfpublishing-Anbieter.) Diese Anbieter sind unseriös! Mehr dazu hier.

Wenn du zwar kein Geld für deine Veröffentlichung bezahlst, die Konditionen aber trotzdem nicht fair erscheinen, ist das potentiell ebenfalls ein Grund, den Verlagsvertrag abzulehnen.

Woher weißt du, was fair ist?

  • Frag andere Autor:innen, die beim selben oder vergleichbaren(!) Verlagen veröffentlichen
  • Sichte den Normvertrag von ver.di
  • Nimm deine Fragen zu deinem persönlichen Coaching bei BookBOOST mit

Grundsätzlich sind weniger gute Konditionen noch kein Grund, sofort einen Rückzieher zu machen. Man kann immer versuchen, nachzuverhandeln. Kommt dir der Verlag in ausreichendem Maße entgegen, steht einer Zusammenarbeit nichts im Wege.

Und wenn nicht?

Mangelnde Verhandlungsbereitschaft des Verlages

Bei unzureichenden Konditionen solltest du stets verhandeln.

Dir sind die Tantiemen zu gering? Verlange mehr. Die Laufzeit zu lang? Schlage eine niedrigere Laufzeit vor, usw. usf.

Dann ist es weiterhin ein puterrotes Warnsignal, wenn ein Verlag keinerlei Verhandlungsbereitschaft aufweist.

Stell dir einen orientalischen Teppichmarkt vor, auf dem Feilschen quasi zum guten Ton gehört. Der Verkäufer nennt dir einen Preis, du schlägst etwas anderes vor, und er beharrt wiederum: „Nö, der Preis bleibt, friss oder stirb!“ Wäre irgendwie seltsam, oder?

Fakt ist: Du darfst dir Verlagsverträge wirklich wie orientalische Teppichmärkte vorstellen. Die Standardverträge von Verlagen sind darauf ausgerichtet, dass die Verlage den größten Nutzen haben. Und jeder, jeder Verlag, der etwas auf sich hält, wird sich dein Gegenangebot durch den Kopf gehen lassen. Wenn sie ihm nicht zu 100 % entsprechen, werden sie dir trotzdem entgegenkommen.

Beispiele für Verhandlungsbereitschaft von Verlagen

Negatives Beispiel aus eigener Erfahrung: Ich wollte alle Nebenrechte, die sowieso nie verwertet werden würden (Musicals, Schifffahrten, usw.), streichen lassen. Reaktion Verlag: „Wir nehmen immer den ganzen Katalog Nebenrechte! Dabei bleiben wir auch.“ Kein Entgegenkommen, die Veröffentlichungserfahrung war dann auch furchtbar.

Positives Beispiel: Ich wollte keine unbegrenzte Vertragslaufzeit hinnehmen, habe 5 Jahre vorgeschlagen. Man hat sich bei 10 Jahren getroffen.

Kommt dir ein Verlag nicht einmal einen halben Schritt entgegen, ist das ein schlechtes Zeichen für die zukünftige Zusammenarbeit rund um dein Manuskript – und ein guter Grund, sich zu überlegen, ob man nicht ablehnen möchte.

Das schlechte Bauchgefühl bei Verlagsverträgen

Hast du ein schlechtes Bauchgefühl, solltest du zuallererst versuchen, es zu lokalisieren. Liegt es an den Konditionen? An dem bisherigen Kontakt? An der Art und Weise, wie der Verlag mit mir kommuniziert?

Wenn es an den Konditionen liegt: Versuche nachzuverhandeln. Wenn das Verhandlungsergebnis kein besseres Gefühl beschert: Lehne ab.

Wenn es am bisherigen Kontakt liegt, versuche zu erörtern, was dich daran stutzig gemacht hat. Und dann: Stelle Fragen. Hast du Angst, dass dein Manuskript falsch positioniert werden könnte? Sprich es an. Befürchtest du, dass das ganze Marketing an dir hängen bleibt? Sprich es an. Anhand der Antworten des Verlags wirst du dein schlechtes Gefühl widerlegen oder verifizieren können.

Wie der Verlag mit mir kommuniziert, kann auch ein wichtiges Indiz sein. Schließlich sollte auch eine persönliche Passung vorliegen.

Bei mindestens einem meiner Verlage hatte ich ein schlechtes Bauchgefühl, und leider hat es sich sehr früh bestätigt, nachdem ich unterschrieben hatte. Ich spreche hier von unabgestimmten Covern und Cover Reveals, furchtbaren Lektoraten, fehlerhaften Abrechnungen und einem geradezu stiefmütterlich-herablassenden Tonfall im direkten Kontakt mit mir.

Derartige Erfahrungen trete ich nicht in der Öffentlichkeit breit. Ihr könnt sie aber in verschiedenen Posts auf Patreon nachlesen.

Mein Appell an euch: Unterschätzt euer Bauchgefühl nicht! Verlagsverträge dauern viele Jahre, und wenn ihr eure Unterschrift irgendwann bereut, ist jeder Tag solcher Laufzeiten zu viel. Traut euch, zu schlechten Konditionen auch mal Nein zu sagen. Denn jedes Nein stärkt nicht nur eure eigene Verhandlungsposition, sondern auch die aller anderen Autoren in der Branche.

Je mehr zu allem Ja und Amen sagen, desto mehr werden viele Verlage glauben, sie könnten sich alles erlauben.

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