Buchmarketing-Basics: Die Marketingforschung

In den letzten Buchmarketing-Episoden haben wir uns eingehend mit der Zielgruppe und der Fundierung des Buchmarketings beschäftigt. Jetzt geht es aber ans Eingemachte: Wir nehmen in der Marketingforschung den Buchmarkt genau unter die Lupe und finden heraus, wie wir unser Buch darin positionieren können! Klingt gut? Dann nichts wie los!

Wie funktioniert Marketingforschung?

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Lasst uns erst einmal kurz den Begriff eingrenzen: Für den Zweck dieses Blogposts bezieht sich Marktforschung auf eine grundlegende Recherche über die Gegebenheiten und Trends des Markts, um z.B. neue Produkte entwickeln (Bücher zu schreiben), die gefragt sein könnten.

Marketingforschung bezieht sich auf einen viel späteren Punkt, nämlich den Produktlaunch (die Veröffentlichung des Buchs). Marketingforschung dient dazu, die Basis für deine Marketingstrategie zu finden und die richtigen Maßnahmen für die richtigen Adressaten einzusetzen, um dein Publikum optimal anzusprechen.

Nun kannst du dir überlegen, wie du an die Informationen kommst, die du brauchst. Es gibt grundsätzlich drei Wege, das zu tun: Über das gute, alte Bauchgefühl, Primär- und Sekundärmarktforschung.


Marketingforschung Step 1: Versetze dich in die Zielgruppe herein

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Nachdem du deine Zielgruppe so gut wie möglich festgelegt hast, sollte es dir möglich sein, dich zu einem gewissen Grad in sie hineinzuversetzen. Brainstorming frei nach Bauchgefühl!

Vorteil: Es ist kostenlos und relativ einfach, weil du dafür nur dich selbst brauchst.

Nachteil: Es kann ganz schnell sehr unzuverlässig werden. Buchmarketing frei nach Bauchgefühl kann klappen, aber auch ganz schnell in die Hose gehen – umso schlimmer, wenn man ein großes Budget ohne Erfolg investiert.


Marketingforschung Step 2: Betreibe Sekundärmarktforschung

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Sieh dich nach Studien, Umfragen oder Befragungen innerhalb deiner Leserschaft oder Zielgruppe rum. Welche Altersgruppe nutzt welche sozialen Netzwerke? ist beispielsweise eine Frage, die du dir stellen könntest. Es ist auch immer ratsam, Bauchgefühl mit Studien zu untermauern oder zu widerlegen: Hättest du zum Beispiel gedacht, dass das durchschnittliche Alter der Facebook-Nutzer bei 33 Jahren liegt? Teenager sind längst auf andere Netzwerke übergewechselt, und tatsächlich ist es leichter denn je, 50+-Jährige über Facebook zu erreichen, die das Netzwerk benutzen, um in Kontakt mit ihren Familien zu bleiben.

Mit Sekundärmarktforschung kannst du beispielsweise herausfinden, wo und wie sich deine Zielgruppe online (oder offline) verhält, welche Hobbys und Interessen sie (außer dem Lesen) haben, oder welche Konkurrenztitel es gibt und wie diese im Markt positioniert sind.


Marketingforschung Step 3: Betreibe Primärmarktforschung

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Eine zweite Möglichkeit ist es, selbst Nachforschungen zu betreiben und mehr über deine Zielgruppe herauszufinden. Primärmarktforschung sollte immer nach Sekundärmarktforschung angewendet werden, da der Aufwand hier viel größer ist und viele Infos schon über Sekundärmarktforschung bekommen werden können.

Wenn du bereits einen Leser- oder Followerstamm über Social Media oder einen Newsletter hast, kannst du hier ganz einfach eine eigene Befragung erstellen. Wie breit du sie fächerst, liegt ganz bei dir: Über einfache Story-Umfragen bei Instagram bis hin zu einem ausgeklügelten SurveyMonkey-Fragebogen per Mail ist alles drin. Beachte hier jedoch zwei Dinge: Die Ergebnisse werden die a) nur einen Anhaltspunkt liefern und keine repräsentative Aussagekraft für all deine Leser haben, und b) musst du darauf vertrauen, dass deine Follower auch an der Befragung teilnehmen. Vielleicht wäre eine Verbindung mit einer Verlosung ein Anreiz?

Sowohl bei Verlagsautoren als auch bei Selfpublishern ist das Marketing-Budget begrenzt, weshalb die Marktforschung und die Buchmarketing-Maßnahmen sich hauptsächlich auf den Online-Bereich erstrecken. Ausgaben für Radio- und TV-Werbung sind meistens zu teuer und der Streuverlust zu groß, um die Anzeigen rentabel zu machen.


Wer hilft mir bei der Marketingforschung?

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Wie forscht man im eigenen Markt? Im Folgenden stelle ich euch ein paar mögliche Quellen vor, die euch bei der Einschätzung und Analyse eurer Zielgruppe helfen können.

Allgemeine Quellen über die Buchbranche

… sind z.B. der Börsenverein des deutschen Buchhandels oder der Buchreport. Diese bieten auch Newsletter an, sodass du dich laufend über die allgemeinen Entwicklungen im Markt informieren kannst.

Verlage und Literaturagenturen

Auf den Websites und Programmvorschauen von Verlagen kannst du dir schnell einen Überblick über die Neuerscheinungen der nächsten Monate verschaffen, ebenso auf den Websites von Literaturagenturen. Damit kannst du schnell feststellen, mit welchen Büchern du bei deiner Neuerscheinung in Konkurrenz treten wirst. Wenn du schon einen Verlag und/oder eine Literaturagentur hast, umso besser! Dann kannst du konkret mit deinem Agenten und/oder Verlegen in Austausch treten.

Statista

Bei Statista gibt es kein ganzes Dossier zum Buchhandel in Deutschland, aber auch einige kostenlose Statistiken. Vorteil: Du musst dich hier nicht zwingend auf den Bereich Buchhandel oder Lesen konzentrieren. Du kannst hier z.B. auch mehr über das Online-Verhalten deiner Zielgruppe herausfinden (wie viele Stunden sind sie pro Tag auf welchen Plattformen anzutreffen, o.Ä.). Diese Information kannst du dann gekonnt in deiner Online-Buchmarketing-Strategie verwerten.

Social Media

Hast du schon mal durch für dich relevante Hashtags gescrollt? Unter Hashtags wie #bookstagramgermany oder #buchblogger_de werden täglich unzählige (neue) Bücher vorgestellt. Wenn du diese Hashtags im Auge behältst, bekommst du vielleicht einen Blick für das, was gerade „in“ ist.

Facebook Zielgruppen Insights

Für Facebook Zielgruppen Insights brauchst du eine eigene Facebook-Seite – und sonst nichts! Das Angebot ist kostenlos, und du kannst mithilfe bestimmter Input-Kriterien (z.B. Land, Alter, Geschlecht, folgt deiner Seite) Analysen über deine Zielgruppe erhalten.

Was du bei Facebook Zielgruppen Insights über deine Leser herausfinden kannst:

  • Demographische Daten (Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus, Ausbildungsgrad, Beruf)
  • Interessen in Form von „Gefällt mir“-Angaben, z.B. für Produkte, Medienunternehmen, Nachrichtenseiten, Websites, Musiker, Nahrungsmittel, Kleidung … hier erfährst du alles und mehr, als du je über sie wissen wolltest!
  • Standort: Aufgeschlüsselt auf Länder, Städte und Sprachen.
  • Aktivität: Einerseits siehst du hier, welche bestimmten Handlungen (z.B. eingelöste Promotions, angeklickte Werbeanzeigen) wie häufig vorkommen. Andererseits findest du heraus, mit welchen Geräten (Computer, Handy, beides, etc.) deine Zielgruppe online geht.

Du wirst definitiv nicht alle Daten brauchen, die dir Facebook gibt – doch sie helfen dir dabei, deine festgesetzte Zielgruppe besser kennenzulernen. Die Interessen können z.B. ein Anzeichen sein, auf welcher Art von Websites du später Anzeigen für dein Buch schalten kannst. Die Aktivitätenhäufigkeit zeigt dir, ob es sich lohnt, über Facebook Promotions anzuwenden, etc.

Ein Nachteil von Facebook Zielgruppen Insights ist, dass man nur Facebook-Nutzer analysieren kann, die 18 Jahre und älter sind. Wer also Kinder- oder Jugendbücher schreibt, wird hier keine nützlichen Einblicke erhalten können.

Ich will mehr!

… und du bekommst mehr! Ein Handout zur Zielgruppenfindung gibt es kostenlos im Downloadbereich.

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