Fantasy-Jugendbuch schreiben – Teil 8: Inspirationsquellen

Willkommen zu meiner Reihe „Fantasy-Jugendbuch schreiben“. In neun Teilen führe ich euch nach und nach an euer erstes Fantasy-Buch für Jugendliche heran. Aber auch andere, die in anderen Genres und/oder für eine andere Zielgruppe schreiben, können sicherlich einige Tipps mitnehmen. Heute geht es um mögliche Quellen zur Inspiration für dein Fantasy-Jugendbuch.

Die Reihe besteht aus folgenden Episoden:

  1. Das Genre
  2. Das Thema
  3. Die Zielgruppe
  4. Die Charaktere
  5. Die Perspektive
  6. Der Weltenbau
  7. Der Umfang
  8. Inspirationsquellen (hier!)
  9. Fallstricke der Jugendfantasy

Jetzt geht es los mit bunt zusammengewürfelten Inspirationsquellen für dein Fantasy-Jugendbuch!

Das eigene Leben als Fantasy-Inspiration

person sitting on top of gray rock overlooking mountain during daytime

Dein eigenes Leben kann nicht nur für realistische Romane eine wertvolle Inspirationsquelle sein. Dazu zählt nicht nur die klassische Kategorie „eigene Erfahrungen verarbeiten“ – du kannst auch auf ganz lockere und unterschwellige Weise von deinen eigenen Lebenserfahrungen profitieren.

Die Menschen, denen du im Leben begegnest, können eine große Inspiration sein. Welcher Mensch hat dich zuletzt nachhaltig beeindruckt, und warum? Wenn du diese Essenz findest, hast du vielleicht sogar schon den Grundstein für einen denkwürdigen Charakter gelegt.

Aber auch deine eigenen Erlebnisse oder Erzählungen von anderen, was ihnen im Leben so passiert ist, können dir weiterhelfen. An lauschigen Abenden bekommt man die wildesten Geschichten mit, die auch Vorbild für die eine oder andere Szene sein können.

Die Nachrichten und das aktuelle Tagesgeschehen können dich auch für deine Fantasy-Welt inspirieren, beispielsweise wenn du die Nachrichten mit einem „Was wäre, wenn …?“ versetzt.

Auch deine Hobbys können ein spannender Input für dein Fantasy-Jugendbuch sein – ganz gleich, ob es sich dabei um ein adrenalingeladenes Hobby wie Kampfsport oder Bungeejumping oder ein „ruhigeres“ Hobby wie Gärtnerei handelt. Aus allem kannst du mit ein paar kleinen Tweaks und Twists interessante Stoffe für deine Fantasy entwickeln.

Versuche, alltägliche Dinge mit einer Prise Magie zu versetzen. Du wirst staunen, was dabei herauskommen kann!


Biologie als Inspiration für Fantasy

green trees on forest during daytime

Wo wir gerade schon bei Gärtnerei waren: Flora und Fauna können auch interessante Elemente für dein Fantasy-Jugendbuch liefern. Wenn du gerade sonst nichts zu tun hast, zieh dir mal eine Naturdoku rein und sieh, welche abgefahrenen Dinge sogar die kleinsten Lebewesen drauf haben. Allein die Tatsache, dass Hummeln eigentlich gar nicht fliegen können dürften, wäre schon ein eigenes Buch wert. Dasselbe betrifft lange ausgestorbene Arten, die vielleicht noch nicht zu hundert Prozent erforscht sind und damit viel Spielraum für die eigene Fantasie zulassen, oder auch besondere Pflanzen. Und da wir sonst nicht in der Biologie wären, ist die Frage „Was passiert, wenn man X und Y kreuzt?“ vielleicht auch eine Überlegung wert.

Unsere Natur ist unglaublich faszinierend! Es müssen nicht immer nur die klassischen Fabelwesen sein, die die großen Auftritte in Fantasy-Jugendbüchern bekommen. Auch unsere reale Welt bietet so viel Stoff für phantastische Tierwesen. 😉


Geschichte als Fantasy-Inspiration

maps lying on the floor

Nicht nur in der Historic Fantasy können geschichtliche Ereignisse eine große Inspiration sein. Ein gutes Beispiel ist die „Lied von Eis und Feuer“-Reihe von George R. R. Martin. Die Geschichte spielt in einer eigenen Fantasywelt und ist völlig losgelöst von unserer eigenen, der Plot hingegen basiert auf den Rosenkriegen im 15. Jahrhundert. Der Vorteil an solchen geschichtlichen Vorlagen ist, dass man Geschehnisse, die man sich selbst nur schwierig vorstellen oder aus den Fingern saugen kann, ganz einfach selbst recherchieren und umsetzen kann, beispielsweise bei Kriegs-Schachzügen oder politischen Intrigen. In unserer Welt sind uns solche Manöver (zum Glück) eher fremd, aber mit etwas Recherche kann man dafür sorgen, dass sich die Geschehnisse im Fantasy-Jugendbuch trotzdem real anfühlen.

Es ist auch gar nicht notwendig, das ganze Buch an eine bestimmte geschichtliche Phase o. Ä. anzulehnen: Auch einzelne Geschehnisse können spannend und eine gute Basis für deine Geschichte sein. Auch ganz allgemeine Epochen oder Zeitalter können Inspirationsquellen für dein Setting sein, beispielsweise hinsichtlich des Technologiestands.

Pssst: Für meinen „Thron aus Sturm und Sternen“ habe ich mich von der Geschichte des Osmanischen Reichs inspirieren lassen.


Inspiration durch Mythologie

man in black suit jacket figurine

Dieser Punkt wird für die wenigsten überraschend kommen. Viele Bücher sind an die „beliebten“ Mythologien angelehnt, z. B. die griechische, römische, ägyptische oder nun auch vermehrt nordische Mythologie. Das alles ist aber ein alter Hut. Warum nicht mal was Neues ausprobieren? Beispielsweise findet man die keltische, germanische, indische/hinduistische oder ostasiatische Mythologie nur selten in von deutschen Autoren geschriebenen Büchern. Das kann aber ein großer Vorteil für dich sein, wenn es dein Ziel ist, die Sache „Fantasy-Jugendbuch“ mal von Grund auf anders anzugehen. Wenn du eine „unübliche“ Mythologie als Basis verwendest, kannst du dir zumindest schon mal sicher sein, dass sich dein Buch von Grund auf von anderen unterscheiden wird.

Das bedeutet aber nicht, dass du nicht auch gerne auf die beliebten Mythologien zugreifen kannst. Das Schöne daran ist, dass sie unglaublich viel Stoff bieten. Auch innerhalb der griechischen Mythologie gibt es beispielsweise Gottheiten und Themen, die bisher selten Verwendung gefunden haben. Auch hier gibt es unglaublich viel Potenzial, Altbekanntes neu zu erfinden.


Bücher, Filme, TV als Inspiration

Natürlich ist dieser Punkt nicht so gemeint, wie es vielleicht den Anschein hat. Andere Bücher und Medienformen sind nicht dazu da, damit man 1:1 Ideen klaut. Das sollte für jeden Autor selbstverständlich sein. Aber trotzdem können sie – genau wie die eigenen Erlebnisse im echten Leben – eine Inspirationsquelle für dein Buch sein.

Für welche Punkte kannst du dich z. B. inspireren lassen?

  • Charakterzüge, Figurenzeichnung
  • Kreaturen, Fantasy-Aspekte
  • Dramaturgie, Wendepunkte
  • Was wäre, wenn man Buch X und Serie Y zusammenlegen würde?
  • Was wäre, wenn man Buch Z aus der Perspektive des Nebencharakters A erzählen würde?
  • Usw.

Ein bekanntes Beispiel für die Inspiration durch andere Medien ist die „Tribute von Panem“-Reihe von Suzanne Collins: Die Idee für die Trilogie kam der Autorin, als sie zwischen einer Reality-TV-Show und einer Kriegs-Doku hin und her gezappt hat.


Abschließende Tipps zur Inspiration

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  1. Inspiration lauert überall! Behalte das immer im Hinterkopf
  2. Gehe mit offenen Augen durchs Leben und sei offen für deine Erlebnisse und Erkenntnisse, die du im täglichen Leben machst
  3. Notiere dir Interessantes, bevor du es wieder vergisst. Sei es in einem Notizbuch oder einfach auf deinem Handy.
  4. Blicke über den Tellerrand und trau dich, dich mit neuen Themen zu beschäftigen

Wie inspirierst du dich?


Du hast noch nicht genug?

Hier geht es zu Teil 9 der Themenreihe.

Praktische Checklisten zum Download bekommst du hier.

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