Fantasy-Jugendbuch schreiben – Teil 7: Der Umfang

Willkommen zu meiner Reihe „Fantasy-Jugendbuch schreiben“. In neun Teilen führe ich euch nach und nach an euer erstes Fantasy-Buch für Jugendliche heran. Aber auch andere, die in anderen Genres und/oder für eine andere Zielgruppe schreiben, können sicherlich einige Tipps mitnehmen. Heute geht es um die Frage, welchen Umfang ein Fantasy-Roman haben darf.

Die Reihe besteht aus folgenden Episoden:

  1. Das Genre
  2. Das Thema
  3. Die Zielgruppe
  4. Die Charaktere
  5. Die Perspektive
  6. Der Weltenbau
  7. Der Umfang (hier!)
  8. Inspirationsquellen
  9. Fallstricke der Jugendfantasy

Jetzt geht es los mit dem Umfang deines Fantasy-Jugendbuchs!

Optionen für den Umfang des Fantasy-Romans

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Wie lang oder kurz deine Fantasy-Geschichte werden soll, bleibt ganz dir überlassen. Hier findest du eine Übersicht über alle möglichen Optionen, was die Anzahl der Bücher betrifft, in denen sie erzählt werden kann:

  • Einzelband: ein für sich stehendes Buch mit abgeschlossener Geschichte
  • Dilogie: Die Geschichte ist auf zwei Bücher aufgeteilt
  • Trilogie: Die Geschichte ist in drei Bänden erzählt.
  • Reihe: Mehrere Bücher greifen dasselbe Setting und/oder dieselbe Thematik auf (spielen im selben Universum), können aber unabhängig voneinander gelesen werden.
  • Serie: Eine übergreifende Geschichte ist auf mehrere Bücher aufgeteilt und sollte in der richtigen Reihenfolge gelesen werden.

Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, dein Universum weiter zu verwenden und auszubauen, neuen Charakteren eine Bühne zu verschaffen und deine Geschichte aus neuen Blickwinkeln zu erzählen, und zwar mit Hilfe von:

  • Sequels: Kann einen Folgeband (z.B. innerhalb einer Trilogie), aber auch eine Folge-Reihe bezeichnen, die nach den Geschehnissen der Haupt-Reihe im selben Universum spielt.
  • Prequels: Erzählen eine Vorgeschichte zur Haupt-Reihe im selben Universum.

Je größer die Anzahl der Bücher sein soll, in denen du deine Geschichte erzählst, desto wichtiger ist es, sich von vornherein Gedanken über die übergreifende Dramaturgie zu machen. Es gibt nichts Schlimmeres, als in Band 5 auf einen Plothole zu stoßen, für den man alle vorangegangenen Bände anpassen muss.


Die Seitenzahl des Fantasy-Romans

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Die Seitenzahl ist abhängig vom Plot, dem (Sub-)Genre, der Anzahl der Bände und natürlich deinem eigenen Geschmack und deinen Zielen, wie viel Platz deine Geschichte braucht. Bei High Fantasy gehört eine Überlänge schon fast zum guten Ton, während Urban-Fantasy-Jugendbücher normalerweise um die 300 bis 350 Seiten haben.

Aber es schadet nicht, sich auch ein paar strategische Gedanken zu machen, die nichts mit dem Plot deines Fantasy-Buchs zu tun haben.


Überlegungen für Selfpublisher

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Für Selfpublisher steht hier eine Kostenfrage im Vordergrund. Wer ein professionelles Lektorat und Korrektorat bucht (was jeder Selfpublisher tun sollte), wird hier ein Preis pro Normseite abgerechnet. Das heißt: Je länger das Buch, desto teurer wird der Spaß. Dasselbe Spiel, wenn man das Buch nicht nur als E-Book, sondern auch gedruckt verkaufen möchte. Je länger das Buch, desto teurer die Produktionskosten und desto höher muss man den Preis ansetzen, um eine Marge zu bekommen – bis man vielleicht auf einem Preislevel angekommen ist, das nicht mehr viele bezahlen wollen.


Überlegungen für angehende Verlagsautoren

Für angehende Verlagsautoren stehen genau dieselben Fragen im Vordergrund – nur eben indirekt. Der Verlag stellt nämlich dieselben Überlegungen an, wie ich sie im vorherigen Absatz geschildert habe. Allein deshalb haben überlange Manuskripte normalerweise schlechtere Chancen als kürzere Manuskripte. Tipp: Falls du einen sehr langen Einzelband schreiben möchtest, überlege doch mal, ob du ihn ab der Hälfte trennen kannst. So habe ich es mit meinem Debüt „Thron aus Sturm und Sternen“ gemacht – das 870 Normseiten lange Manuskript wurde als Dilogie veröffentlicht.

Weitere Tipps für Verlagsautoren: Der optimale Umfang eines Romanmanuskripts bei Verlagsbewerbungen liegt im Fantasy-Bereich bei ca. 250 bis 350/400 Normseiten. Normseiten sind A4-Seiten, die nach bestimmten Richtlinien formatiert sind, und gelten als Standard der Buchbranche. In diesem Artikel erfährst du mehr darüber.


Abschließende Tipps zum Umfang deines Fantasy-Romans

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  1. Lege früh fest, ob es ein Einzelband oder Mehrteiler werden soll, und plane ggf. die übergreifende Dramaturgie
  2. Plane den Umfang sorgfältig und unter Berücksichtigung strategischer Gesichtspunkte
  3. 250 bis 400 Normseiten sind ein optimaler Bereich sowohl für Verlagsautoren als auch für Selfpublisher
  4. Wenn du dich bei Verlagen bewirbst, vergiss nicht, dein Manuskript in Normseiten zu formatieren

In welchem Umfang erzählst du deine Geschichte?

Du hast noch nicht genug?

Hier geht es zu Teil 8 der Themenreihe.

Praktische Checklisten zum Download bekommst du hier.

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